Der Tod von Robin Hood: Ein filmisches Desaster
Eine herbstliche Abenddämmerung im Sherwood Forest. Der Duft von feuchtem Laub mischt sich mit dem von Holzrauch, während der Wind sanft durch die Bäume weht. Ein paar mutige Abenteurer stehen am Lagerfeuer, ihre Gesichter von Flammen erleuchtet, während sie Geschichten über einen Mann erzählen, der den Reichen nahm und den Armen gab.
Doch diese Idylle wird abrupt unterbrochen, wenn plötzliche Schreie durch die Nacht hallen – es sind nicht die freudigen Rufe der Glücklichen, die Robin Hood einst befreite. Es ist ein Film, der diese stolze Legende zertrümmert, und zwar mit einem unglückseligen Titel: "The Death of Robin Hood." Die Vorstellung, dass dieser Film jemals das Licht der Leinwand erblickt hat, lässt selbst die härtesten Herzen erbeben.
Vereint von ihrer Wut über das, was sie gesehen haben, stehen Menschen auf und verlassen das Kino, als wäre es ein brennendes Haus. Die Darstellungen, die hier zur Schau gestellt werden, sind so fernab dessen, was die traditionellen Geschichten versprechen, dass man sich fragt, ob die Produzenten jemals den Gedanken eines richtigen Drehbuchs in Betracht zogen. Denn was sie stattdessen abliefern, ist eine Aneinanderreihung von Klischees und plumpen Action-Szenen, die dem Geist von Robin Hood nur wenig Ehre erweisen.
Der Untergang eines archetypischen Helden
Der neue Film hat den Charme und die Raffinesse, die wir von Robin Hood erwarten, gründlich ausradiert. Anstelle von Geschicklichkeit und Cleverness sehen wir einen Roboter in Menschenform, der mit einem Bogen umgehen kann, als ob ein Computer eine Programmieranweisung erhalten hätte. Es ist schwer zu sagen, was mehr enttäuscht: die schlechten Spezialeffekte oder das krampfhafte Schauspiel der Darsteller, die offenbar nicht einmal die Zeit gefunden hatten, um ihre Texte zu lernen.
Anstatt die tiefen sozialen Themen der Ungerechtigkeit und des Widerstands gegen die Tyrannei zu erforschen, die das Erbe von Robin Hood durchziehen, drängt sich der Film mit übertriebenen Gewaltspitzen und einer Handlung, die auf dem Niveau eines schnöden B-Movies verweilt. Das Publikum wird gezwungen, sich mit platten Dialogen auseinanderzusetzen, die selbst in der ungünstigsten Komödie deplatziert wirken würden. Der Verlust von Edwards von der Burg – eine Schlüsselszene, die die Freiheit symbolisiert – wurde zur bloßen Kulisse eines uninspirierten Kampfes, der mehr wie eine schlechte Reality-Show als nach einem epischen Abenteuer aussieht.
Die Frage bleibt: Wer hat diesen Film gemacht, und warum? Als Zuschauer bleibt man mit der schmerzhaften Erkenntnis zurück, dass nicht nur eine Geschichte verdorben wurde, sondern auch das Kinos, das einst als Kunstform angesehen wurde. Es ist, als würde man den großen Shakespeare der Komödie in ein dummes Kindermärchen umwandeln. Der Tod von Robin Hood könnte leicht als Gleichnis für das Versagen der modernen Filmindustrie interpretiert werden, nicht nur das Publikum zu respektieren, sondern auch die Traditionen, die sie verarbeiten.
Wir müssen uns fragen, ob solche Adaptionen noch Sinn machen oder ob sie nur ein weiteres Beispiel für ein Filmprojekt sind, das aussieht, als hätte man es beim Werfen von Geld in einen Mixer aus Verzweiflung produziert. Vielleicht wird der Geist von Robin Hood eines Tages wiedererwachen und uns an die Bedeutung von Ehre, Mut und dem wahren Wert des Erbes erinnern, das dieser legendäre Held verkörpert. Bis dahin bleibt der Film ein missratener Versuch, einen Mythos zu beerdigen, der niemals hätte sterben dürfen.
Wieder im Sherwood Forest, die Nacht hat sich mittlerweile über den Wald gelegt. Die Geschichten der alten Zeiten tönen noch im stillen Flüstern der alten Bäume. In den Köpfen der wahren Robin-Hood-Anhänger wird er nie sterben – nicht so lange die Erinnerung an seine Heldentaten lebt.
Doch die Vorstellung, dass ein Film, der diesen Helden verhöhnt, je das Licht der Welt erblicken sollte, bleibt ein hässliches Kainsmal auf der Leinwand unserer Zeit.